Sonntag, 23. Oktober 2016

Was mach ich denn jetzt eigentlich in der Schule?

Gartenbau, Handarbeit, Epochenberatung, Klassenspiel Beratung,  Fundraising

Gartenbau
2./3. Klasse

6. Klasse
 Gartenbau findet in allen 6 Klassenstufen statt. Da es vier Klassen sind, also an vier Wochentagen, jeweils 60-90 Minuten im Hauptunterricht.

Die 1. Kl. pütschert ein bisschen in den Beeten vor dem Klassenraum herum.
Die 2./3. Kl. und die 4./5. Kl. haben Gemüsebeete. Der Klassenlehrer der 2./3. Kl. hat schon als Kind mit seinem Vater die Böden bestellt (anstatt zur Schule zu gehen), und weiß daher, was er tut.  Allerdings ist er mit seinem Epochenunterricht bereits derart gefordert, dass er keine Zeit hat, irgendetwas für den Garten vorzubereiten. Als Saatgut gibt es nur Radieschen. Daher werden Radieschen gesät. Da er hier sicheres Terrain vor sich hat, fragt er mich auch nicht um Hilfe. Ich stehe also eher nur daneben.
Der 6. Klasslehrer ist auch nur 3 Jahre zur Schule gegangen und musste danach seinem Vater auf dem Feld helfen. Er weiß also auch was er tut. Er versucht eine neue Fläche vor dem 6.Klasszimmer zu schaffen. Mit 6 Schülern gräbt er einmal im der Woche tausende von kleinen und großen Steinen aus dem Boden, den einer dieser vielen Vulkane mal hierher geschleudert hat. Eine mühsame Aufgabe, bei der er meine Hilfe eigentlich auch nicht benötigt.
2./3. Klasse
Am meisten Hilfe braucht die Lehrerin aus der 4./5. Klasse. Sie hat 18 Kinder, kommt aus der Stadt und freut sich, dass endlich jemand für sie den Gartenbauunterricht vorbereitet. Inzwischen habe ich es geschafft, Saatgut zu kaufen (siehe Blog Permakultur) und lege jede Woche mehr Beete mit dem Kindern an, kümmere mich mit ihnen um den Kompost, säe sowohl in den Beeten, als auch in Jogurthbechern und pikiere auch in solche. Wir ernten Oregano und trocknen ihn,  essen Salat, schauen uns Radieschen als Blütenpflanze an und so weiter. Richtiger Gartenbauunterricht sozusagen.

Meine Verständigungsschwierigkeiten wegen des immer noch nicht perfekten Spanisch sind dabei für mich weniger das Problem als die mangelnden Geräte. Es gibt weder Spaten noch Grabegabeln! Wir haben 3 Schaufeln, die man ein bisschen wie Spaten benutzen kann, da sie nicht abgeplattet sind und ansonsten noch 3 Kindergartenspielzeugspaten. Der "(all)gemeine" Guatemalteke, bzw eventuell auch nur die Mayas - ich weiß es nicht so genau - benutzt eine Spitzhacke, die auf einer Seite spitz, auf der anderen Seite etwas flacher ist, dazu schwer und eben eine Hacke. Es gibt auch noch 3 Kinderhacken, mit denen lockern die Kinder die Beete.

Dieses Problem kann ich aber auf die Schnelle nicht lösen. Erstens müsste man zur Beschaffung anderer Geräte sicherlich in die Hauptstadt fahren, wo es so gut wie als gibt. Zweitens fehlt es an Geld.
Noch ist das nötige Geld, um am Ende des Schuljahres auf eine positive Bilanz zu kommen, noch nicht drin. Allerdings fast, unter anderem durch die Spenden zu meinem Geburtstag! Da sind inzwischen 470 € eingegangen!  Vielen, vielen Dank!
Trotzdem auch hier noch mal der Aufruf: Wer zu Weihnachten etwas sinnvolles verschenken will, kann gerne einen "Bildungsgutschein" basteln und über die Freunde der Erziehungskunst Geld an die Schule überweisen. Denn bevor nicht die Gehälter (ca 500 -600 €/Monat) gesichert sind, werde ich bestimmt nicht auf die Idee kommen, die Anschaffung von Geräten vorzuschlagen.

Ackerbauepoche

Ein wirkliches Highlight ist die Ackerbauepoche mit Erwin, 2./3. Klasse.

Auf einem Grundstück seiner Eltern, rund um einen Bachlauf, der gerade trocken ist, 10 min Fußweg von der Schule, den Berg rauf, hat er mit seiner Klasse Mais angebaut.
Ich bin stark beeindruckt!

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