![]() |
| Juana in der Schule |
![]() |
| Küche, Lebensraum, Wohnzimmer |
In der Region um den Atitlan-See wohnen, außer den Ausländern aus Europa und den USA, die sich hier niedergelassen haben, zum allergrößten Teil Guatemalteken, die direkt von den Mayas abstammen - also Mayas sind. Diese leben in recht unterschiedlichen Verhältnissen, aber zum allergrößten Teil in recht ärmlichen.
Juanas Famile verdient ihr Geld damit, ein riesengroßes Seegrundstück und ein wunderschönes überdimensional großes Ferienhaus zu pflegen und zu bewachen, das einer guatemaltekischen Familie (mit einem Kind) aus der Hauptstadt gehört. Die Familie kommt jedes zweite Wochenende.
Dafür hat diese großzügige Familie eine kleine Wohnstatt (ich traue mich nicht, Haus zu schreiben) in der Ecke ihres Grundstücks gebaut, in der Juanas Familie wohnen darf. Juana hat noch zwei kleine Brüder.
Auf dem Bild oben seht ihr den einen der zwei Räume. Ich sitze auf der gegenüberliegenden Seite. Der Raum ist ungefähr 4x3 m groß und hat eine große Küchenhexe und den Tisch, den ihr dort seht. Es gibt genau 3 Stühle. An diesen Raum grenzt noch eine Speisekammer von 1x4m.
Daneben gibt es einen weiteren Raum mit gleichen Abmaßen - darin steht ein Einzelbett für den Sohn und ein Doppeletagenbett für die Eltern unten mit hängender Wiege vom oberen Bett für das Baby und für Juana oben, wo sie auch ihre sämtlichen Schulsachen hat. Zwischen den Betten ist ein kleiner Durchgang zum 4qm großen Badezimmer. Das einzige weitere Möbelstück ist ein Regal von 1,20x1,20x30cm. Vor den zwei Räumen ist ein Balkon von 1m Breite, der den Zugang zum Haus bildet. Hinter dem Gelände geht es ca 50 m steil in die Tiefe zum See.
Der Ausblick ist fantastisch, der Lebensraum, wenn es regnet oder dunkel ist und wenn die Stadtleute da sind, unglaublich beengend. Und noch sind die Kinder klein.
![]() |
![]() |
Mit diesem Job lebt die Familie im Vergleich zu anderen Familien schon ziemlich gut und dennoch fällt es ihnen schwer pro Monat, die 9 € Schulgeld, die die Mayas nur zahlen müssen, die 25 € Essensgeld und den Transport zur Schule (ca 25-50€) aufzubringen.
Bis zum letzten Jahr konnte durch die Spendengelder auch ein Schulessen bezahlt werden, aber das ist im Moment nicht mehr möglich.
Franzisco, Juanas Papa hat mir anvertraut, dass sie nicht wissen, ob sie Juana nächstes Schuljahr (beginnt im Januar) noch auf die Waldorfschule geben können, weil sie nicht wissen, wie sie das Geld aufbringen sollen, obwohl sie die Schule überaus schätzen.
(Zum Schulsystem schreibe ich noch einen eigenen Blogbeitrag.)
Wer sich für eine Bildungspatenschaft interessiert, kann auf der Seite der Freunde der Erziehungskunst, freunde-waldorf.de nähere Informationen finden.
Als ich zum Mittag war, waren außer mir noch die Großmutter, der Cousin von Fransisco, seine Schwester und seine Nichte zu Besuch. Außer der Großmutter haben alle auf dem Balkon gestanden oder dort auf dem Boden bzw der Türschwelle gesessen.
Mittag gab es auch nur für die Kernfamilie, die Großmutter und mich.
Das war ein sehr interessanter Einblick in das Leben einer Mayafamilie.




Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen