Samstag, 18. März 2017

Wieder zu hause - letzter post

So ihr Lieben alle, die meinen blog regelmäßig gelesen habt.
Mein hokzahuba ist vorbei. Ich bin wieder da.
Die letzten Tage waren alles andere als einfach. Am Freitag hat sich mein Handy für immer verabschiedet. Es lässt sich einfach nicht mehr anschalten.. oh Schreck, kein Kontakt mehr nach hause, keine ebücher mehr für die Rückfahrt, wie den Flug bestätigen?, das hostel für den letzten Tag vor dem Flug buchen, wie Melissa in der Hauptstadt erreichen? ......
Tja, das Handy war tatsächlich zu meinem täglichen Begleiter geworden. Wer hätte das gedacht? Nun gut, es geht auch alles anders zu regeln. Man soll es kaum glauben. Und schließlich hatte ich ja auch noch ein tablet. Das musste ich nur erst aktivieren.
Samstag bin ich dann mit einer fetten Erkältung aufgewacht. Den Durchfall, der mich seit Copan begleitet hat, habe ich mehr oder weniger ignoriert. Das hätte ich vielleicht nicht tun sollen.
Das Ergebnis war dann, dass ich am Reisetag (Dienstag) eine Darmentzündung hatte, die recht schmerzvoll war, zusätzlich zu dem nicht enden wollenden Husten. So habe ich nicht nur den Flug von Guatemala nach Mexiko an der Sauerstoffmaske gehangen, weil mein Kreislauf im Flieger weggesackt ist, sondern auch den medizinischen Dienst am mexikanischen Flughafen genossen und diesen aus der Sicht eines Rollstuhlfahrers kennengelernt, denn in einem solchen wurde ich von einem Terminal zum anderen geschoben.
Dann wurde der Flug Mexiko - Paris gecancelt. Alle haben sich geärgert; ich habe aufgeatmet. Ein ganzer Tag zur Erholung im Hotelbett mit medizinischer Versorgung und alles umsonst. Das nenne ich mal Service!
Das Flughafenhotel hatte die exquisiteste Küche, die ich jemals erlebt habe. Schade, dass mein Darm mich daran hinderte, sie in aller Ausführlichkeit zu genießen.

Als ich einen Tag später in Hamburg gelandet bin, war mein Rucksack noch in Mexiko, :-) so dass er also sowohl auf dem Hin- als auch auf dem Rückweg nicht mitgekommen ist.
Aber am Ausgang standen Fritjof und Christian und am nächsten Tag kam auch noch Linnea für ein paar Stunden nach hause. Oh wie glücklich kann man sein, seine Familie wieder zu sehen!

Nun bin ich also wieder da, erhole mich noch von meinen Krankheiten, aber bin voll mit neuen Anregungen und Bildern, erfüllt von der Welt und froh daheim zu sein.
Ich freue mich euch bald alle wiederzusehen!

Joana


Abschied von der Waldorfschule Guatemala

Jonglieren in Klasse 5/6
Am Mittwoch bis Freitag letzter Woche war ich noch einmal in der Waldorfschule escuela caracol in San Marcos, habe an zwei Hauptunterrichten und der Konferenz teilgenommen, mich von allen Schülern, Lehrern, Angestellten und der Familien von Juana verabschiedet.
Ich kann sagen, dass sich dahingehend meine Erwartungen voll erfüllt haben, dass ich die Waldorfschule und auch Juana mit ihrer Familie und die Lebensumstände kennengelernt habe. Viele Menschen sind mir ans Herz gewachsen und ich habe gesehen mit wie viel Mühe und Anstrengung einige Menschen versuchen eine tolle Schulzeit für die Kinder der Umgebung zu schaffen. Ich habe gesehen, wie schwer es ist, die durchschnittliche Schulzeit der Indigenas von 3 Schuljahren auf 6 zu verlängern. Ich bin dankbar für die Erfahrungen, die ich machen durfte. Deutsche Probleme und Sorgen haben in mir wieder ein anderes Niveau bekommen.
Juana im Garten der Schule
In der Schule arbeiten viele engagierte Lehrer und Erzieherinnen, alle für ein sehr geringes Gehalt, so dass sie häufig noch anderen Nebentätigkeiten nachgehen. Das ist eine Katastrophe, aber wohl nur durch erhöte Spendeneinnahmen zu ändern, da es keine staatlichen Gelder für die Schule gibt und 80 % der Kinder aus indigenen, armen Lebensverhältnissen stammen und schon die Teilnahme der Kinder am Schulunterricht ein Zugeständnis ist. Schließlich könnten die Kinder auch arbeiten und Geld verdienen. Daher hier noch einmal zum Abschluss ein Aufruf zum Spenden. Informationen dazu findet ihr auf der homepage der Schule www.escuelacaracol.org
Am einfachsten ist die Spende über die Freunde der Erziehungskunst,  Stichwort: escuela caracol
Eine Bildungspatenschaft, wie ich sie für Juana übernommen habe, gibt einem die Möglichkeit, an der Entwicklung der Schule weiterhin teilzunehmen.

Montag, 6. März 2017

Copan Ruinas


Nach sechs Wochen habe ich es geschafft,  die  Insel zu verlassen. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Ich freue mich nun riesig auf zu Hause, vor allem auf meine Familie. 
Auf dem Weg zurück nach Guatemala bin ich noch nach Copan Ruinas gefahren. Einer der größeren Mayastätte. Hier einige Bilder. Die Ausgrabungen haben vor allem sehr interessante und große Stelen hervorgebracht und einen Tempel, der auf jeder seiner Stufen Inschriften hatte.





Und das besondere an dem Park sind die, den Copan Mayas heiligen roten Aras.





Sonntag, 12. Februar 2017

Immer noch Roatán


Ich bin also immer noch auf Roatán - nun schon fast vier Wochen. Obwohl es regelmäßig regnet (die Regenzeit beginnt hier nämlich, wenn sie auf dem Festland aufhört - im November und dauert bis Februar), fühlt sich das Leben hier an wie ein immerwährender Urlaub. Und genau dieses Gefühl genieße ich gerade. Und trotzdem bekomme ich nach wie vor gelegentlich Stressattacken mit dem Gefühl keine Zeit zu haben und nicht alles zu schaffen. Ich frage mich, wie lange ich brauche, um diese nicht mehr zu bekommen... Insgesamt geht es mir aber super gut! Ich weiß diese Auszeit sooo sehr zu schätzen und freue mich jeden Morgen erneut darüber.
Also mein Leben hier hat sich einem gewissen Rhytmus unterworfen. Morgens ausschlafen, ein gemütliches Frühstück mit interessanten Gesprächen in der Küche, Yoga alleine oder mit anderen Hostelbewohnern, Spaziergang zum und entlang des Strandes, 1-2 Stunden schnorcheln, Spaziergang zurück im Sonnenuntergang, Essen kochen, mit anderen Hostelbewohnern quatschen oder spielen, oder im Bett noch lesen. Einmal habe ich auch einen Ausflug zum anderen Ende der Insel gemacht.
Und hier nun die Bilder dazu.

Strandabschnitt West end

Blick auf den Strandspaziergang





Das Korallenriff ist wohl das zweitgrößte nach dem Great barrior reef in Australien. Die Bilder sind toll, geben aber kein bisschen wieder, wie schön es unter Wasser wirklich ist. Ich entdecke jeden Tag neue Arten, obwohl ich jeden Tag der Meinung bin, schon alles gesehen zu haben. Ich habe sogar schon einen Riffhai gesehen, allerdings nur von der Seite und von mir weg schwimmend. 





Hummer, selbst zubereitet 

Schach am Regenmorgen, bzw Kino für die zwei auf dem Sofa
Ausflug zur anderen Seite der Insel.






Freitag, 27. Januar 2017

El paradiso

Jetzt habe ich schon eine Weile nicht mehr geschrieben, was daran liegt, dass ich im Paradies gelandet bin, oder dem, was Columbus für das Paradies hielt.
Zunächst war ich für ein paar Tage an der Küste bei Tela, genauer in Triunfo de la Cruz, ein kleines Garifunadorf, östlich von Tela. Garifunas, das sind die Nachkommen der schwarzen Sklaven, die immer noch mit ihrer afrikanisch anmutenden Kultur und ihrer eigenen Sprache in einigen Dörfern an der Küste leben. Gleich am ersten Abend gab es ein großes Fest mit Trommeln, Tanz und Maskerade auf der Straße. Ich dachte schon, das würde jetzt jeden Abend so sein, aber es war tatsächlich mein Glück ausgerechnet am 15. Januar dort zu sein, denn an diesem Datum feiern die Garifunas ihre Befreiung aus der Sklaverei. Leider hatte ich keine Kamera dabei, so dass ich keine Bilder posten kann.
An den folgenden Tagen habe ich zwei Touren in die nahegelegenen Nationalparke gemacht. Die erste ging in die Mangroven nach Punta Izopo mit einem lokalen Guide,  mit seinem Boot und seinen zwei Neffen...
Babykrokodil
 Außer einem Krokodil und den Papageien haben wir noch Leguane, Affen und Fledermäuse gesehen.
Die zweite Tour ging nach Punta Sal. Wunderschöne Strände und Buchten in denen diverse Filme gedreht wurden und angeblich das Schiff von Captain Morgan (Freibeuter des 17. Jhd.) gesunken ist. Das erste Bild oben ist von dort. Dort haben wir drei Stunden den karibischen Strand genossen und Fisch gegessen. In dieser Zeit kam auch ein Fischer an und hat drei Riesenfische, u. a. einen Lachs von 23 Pfund vorbei gebracht und an die Inselbewohner verkauft.



Inzwischen bin ich auf der Insel Roatán, die größte der drei Inseln, die der honduranischen Karibikküste vorgelagert sind.
Weiße Strände, türkisblaues Wasser, Kokospalmen, ein wunderschönes Korallenriff, 30 Grad am Tag, 24 in der Nacht, das Wasser hat 22°.
Ich verbringe meine Tage hauptsächlich mit stundenlangen Spaziergängen am Strand und dem Schnorcheln über dem Korallenriff.
Vom Hostel zum Riff laufe ich ca. 2 Stunden, im Wasser bin ich dann auch ca. 2 Stunden, bis ich völlig ausgekühlt bin. Es ist, als würde man in einem Aquarium schwimmen. Überall um einen herum schwimmen die buntesten Fische, klitzeklein und riesengroß. Jeden Tag entdecke ich neue Arten und schwimme mit einem breiten Grinsen durch das Meer, so dass das Wasser in meine Schnorchelmaske dringt, weil sich die Gesichtsmuskeln verziehen. Im Sonnenuntergang geht es dann zurück.
Abends koche ich, quatsche oder spiele Karten mit den anderen Hostelbewohnern oder lese das nächste ebook.
Ich verstehe, warum Columbus seiner Königin erzählte, er habe ein Paradies vorgefunden.
Ich könnte allerdings auch andere Bilder machen, vom Plastikmüll unter den Palmen oder von 3000 bleichen bzw. krebsroten und übergewichtigen Touristen, die für 4 Stunden aus einem Kreuzfahrtschiff an den Strand gespült wurden, um dort Cocktail, Cola oder Bier trinkend im Wasser zu stehen, oder von wilden Bauten am Strand oder im Wasser. Aber wer will solche Bilder schon sehen?
Ich weiß nicht ob Adam und Eva wirklich einen Apfel vom Baum pflückten oder nicht doch eine Papaya, eine Mango, Avocado oder Kokosnuss (denn Äpfel wachsen hier nicht). Sicher ist aber, dass die Leute, die hier im Paradies lebten, von der Frucht gegessen haben.
Trotzdem genieße ich die Zeit hier, ignoriere den Kapitalismus und den Müll und erhole mich prächtig. Wahrscheinlich bleibe ich auch noch eine Zeit lang hier, so dass der nächste Blogeintrag wieder etwas dauern kann.







Sonntag, 15. Januar 2017

Lago Yojoba

 Das ist er also, der dritte Vulkan Honduras,  Lago Yojoba.

Nachdem meine Kreditkarte am Montag angekommen ist, bin ich gleich am Dienstag losgereist.
Mit dem Bus nach Peña Blanca, einem kleinen Ort an diesem schönen See, 89 qkm groß.  Umgeben von Nationalparken, die sich vor allem durch
Vogelreichtum, Nebelregenwald und Wasserfälle auszeichnen. Natürlich gibt es auch Leoparden und andere Tiere in den Wäldern, aber die sieht man ja nie.  So habe ich nun vier schöne Tage hier mit verschiedenen Touren verbracht.
Rudern auf dem See
Lago Yojoba


Am ersten Tag waren wir im Nationalpark Meambar oder auch Panacam wandern. 7 km, davon 3 km bergauf und 3 Wasserfälle auf dem Weg hinunter.


Am zweiten Tag waren wir an diesem schönen Wasserfall, hinter den man mal wieder ohne Sicherheitsmaßnahmen klettern konnte. Jeder der heil rauskommt, sagt, es sei terrifying. Ich habs also gar nicht erst ausprobiert.


Am dritten Tag war ich auf dem zweithöchsten Berg Honduras wandern, um Quetzales zu finden. Sie waren auch da. Einen haben ich kurz in den Busch fliegen sehen, aber keiner hat sich für mich in Position gesetzt.  

Wir haben aber viele andere tolle Vögel und auch Quetzalverwandte gesehen. 
Am vierten Tag war ich auch noch mal am Seeufer spazieren und habe Vögel bewundert.

Leider ist es mir diesmal nicht gelungen, die Bilder zusammen zu bekommen und die Schrift ist auch zu klein. Ich hoffe, ihr könnt es trotzdem lesen. Morgen geht es weiter zur Nordküste an den Atlantik, bzw. die Karibik.