Freitag, 27. Januar 2017

El paradiso

Jetzt habe ich schon eine Weile nicht mehr geschrieben, was daran liegt, dass ich im Paradies gelandet bin, oder dem, was Columbus für das Paradies hielt.
Zunächst war ich für ein paar Tage an der Küste bei Tela, genauer in Triunfo de la Cruz, ein kleines Garifunadorf, östlich von Tela. Garifunas, das sind die Nachkommen der schwarzen Sklaven, die immer noch mit ihrer afrikanisch anmutenden Kultur und ihrer eigenen Sprache in einigen Dörfern an der Küste leben. Gleich am ersten Abend gab es ein großes Fest mit Trommeln, Tanz und Maskerade auf der Straße. Ich dachte schon, das würde jetzt jeden Abend so sein, aber es war tatsächlich mein Glück ausgerechnet am 15. Januar dort zu sein, denn an diesem Datum feiern die Garifunas ihre Befreiung aus der Sklaverei. Leider hatte ich keine Kamera dabei, so dass ich keine Bilder posten kann.
An den folgenden Tagen habe ich zwei Touren in die nahegelegenen Nationalparke gemacht. Die erste ging in die Mangroven nach Punta Izopo mit einem lokalen Guide,  mit seinem Boot und seinen zwei Neffen...
Babykrokodil
 Außer einem Krokodil und den Papageien haben wir noch Leguane, Affen und Fledermäuse gesehen.
Die zweite Tour ging nach Punta Sal. Wunderschöne Strände und Buchten in denen diverse Filme gedreht wurden und angeblich das Schiff von Captain Morgan (Freibeuter des 17. Jhd.) gesunken ist. Das erste Bild oben ist von dort. Dort haben wir drei Stunden den karibischen Strand genossen und Fisch gegessen. In dieser Zeit kam auch ein Fischer an und hat drei Riesenfische, u. a. einen Lachs von 23 Pfund vorbei gebracht und an die Inselbewohner verkauft.



Inzwischen bin ich auf der Insel Roatán, die größte der drei Inseln, die der honduranischen Karibikküste vorgelagert sind.
Weiße Strände, türkisblaues Wasser, Kokospalmen, ein wunderschönes Korallenriff, 30 Grad am Tag, 24 in der Nacht, das Wasser hat 22°.
Ich verbringe meine Tage hauptsächlich mit stundenlangen Spaziergängen am Strand und dem Schnorcheln über dem Korallenriff.
Vom Hostel zum Riff laufe ich ca. 2 Stunden, im Wasser bin ich dann auch ca. 2 Stunden, bis ich völlig ausgekühlt bin. Es ist, als würde man in einem Aquarium schwimmen. Überall um einen herum schwimmen die buntesten Fische, klitzeklein und riesengroß. Jeden Tag entdecke ich neue Arten und schwimme mit einem breiten Grinsen durch das Meer, so dass das Wasser in meine Schnorchelmaske dringt, weil sich die Gesichtsmuskeln verziehen. Im Sonnenuntergang geht es dann zurück.
Abends koche ich, quatsche oder spiele Karten mit den anderen Hostelbewohnern oder lese das nächste ebook.
Ich verstehe, warum Columbus seiner Königin erzählte, er habe ein Paradies vorgefunden.
Ich könnte allerdings auch andere Bilder machen, vom Plastikmüll unter den Palmen oder von 3000 bleichen bzw. krebsroten und übergewichtigen Touristen, die für 4 Stunden aus einem Kreuzfahrtschiff an den Strand gespült wurden, um dort Cocktail, Cola oder Bier trinkend im Wasser zu stehen, oder von wilden Bauten am Strand oder im Wasser. Aber wer will solche Bilder schon sehen?
Ich weiß nicht ob Adam und Eva wirklich einen Apfel vom Baum pflückten oder nicht doch eine Papaya, eine Mango, Avocado oder Kokosnuss (denn Äpfel wachsen hier nicht). Sicher ist aber, dass die Leute, die hier im Paradies lebten, von der Frucht gegessen haben.
Trotzdem genieße ich die Zeit hier, ignoriere den Kapitalismus und den Müll und erhole mich prächtig. Wahrscheinlich bleibe ich auch noch eine Zeit lang hier, so dass der nächste Blogeintrag wieder etwas dauern kann.







Sonntag, 15. Januar 2017

Lago Yojoba

 Das ist er also, der dritte Vulkan Honduras,  Lago Yojoba.

Nachdem meine Kreditkarte am Montag angekommen ist, bin ich gleich am Dienstag losgereist.
Mit dem Bus nach Peña Blanca, einem kleinen Ort an diesem schönen See, 89 qkm groß.  Umgeben von Nationalparken, die sich vor allem durch
Vogelreichtum, Nebelregenwald und Wasserfälle auszeichnen. Natürlich gibt es auch Leoparden und andere Tiere in den Wäldern, aber die sieht man ja nie.  So habe ich nun vier schöne Tage hier mit verschiedenen Touren verbracht.
Rudern auf dem See
Lago Yojoba


Am ersten Tag waren wir im Nationalpark Meambar oder auch Panacam wandern. 7 km, davon 3 km bergauf und 3 Wasserfälle auf dem Weg hinunter.


Am zweiten Tag waren wir an diesem schönen Wasserfall, hinter den man mal wieder ohne Sicherheitsmaßnahmen klettern konnte. Jeder der heil rauskommt, sagt, es sei terrifying. Ich habs also gar nicht erst ausprobiert.


Am dritten Tag war ich auf dem zweithöchsten Berg Honduras wandern, um Quetzales zu finden. Sie waren auch da. Einen haben ich kurz in den Busch fliegen sehen, aber keiner hat sich für mich in Position gesetzt.  

Wir haben aber viele andere tolle Vögel und auch Quetzalverwandte gesehen. 
Am vierten Tag war ich auch noch mal am Seeufer spazieren und habe Vögel bewundert.

Leider ist es mir diesmal nicht gelungen, die Bilder zusammen zu bekommen und die Schrift ist auch zu klein. Ich hoffe, ihr könnt es trotzdem lesen. Morgen geht es weiter zur Nordküste an den Atlantik, bzw. die Karibik.


Montag, 9. Januar 2017

Pazifikküste, Isla Del Tigre

El Tigre
Honduras hat keine Vulkane, hat Marissa behauptet. Stimmt aber nicht. Honduras hat sogar 4 Vulkane, hat uns Google verraten. Zwei davon erkennt man nun wirklich nicht mehr als Vulkan, zwei aber liegen an der sehr kleinen Pazifikküste Honduras. El Tigre ist einer davon, der auf der gleichnamigen Insel liegt. Dort waren wir, Marissas Familie und ich, am Wochenende. Allein der schwarze Sand verrät uns schon den Ursprung der Insel, die in einer fast geschlossenen Bucht liegt und von El Salvador und Nicaragua eingeschlossen wird.
Und so schauen wir am Playa Grande auch unentwegt auf den Vulkan Miguel, der aber bereits in El Salvador liegt.
Wir haben angenehme 37 Grad und auch das Wasser ist badewannenwasserwarm, also entspricht der Lufttemperatur.
Ich könnte den ganzen Tag auf dem Rücken im Wasser liegen umringt von fischenden Pelikanen und Fregattvögeln, die in nur einem Meter Abstand an einem vorbei fliegen. Ein unglaubliches Erlebnis.
Ich konnte mich gar nicht satt sehen an diesen tollen Vögeln.

Vor allem wie die Pelikane mit dem Kopf voran ins Wasser stürzen. Ich glaube, ich habe tausend Fotos gemacht, aber die meisten wieder gelöscht und dann doch lieber das Naturschauspiel beobachtet.
Rechts im Bild: Roberto und Mateo
Pelikane
Fregattvogel

Wir saßen den ganzen Tag am Strand, die Kinder haben im Sand gespielt und zu essen gab es gebratenen  Fisch - was sonst. Heute habe ich dann noch die Spezialität Minuta kennen gelernt. Mit einem Metallschaber wird Eis von einem Block geschabt, dann mit einem Plastikbecher als Türmchen in einen anderen Plastikbecher gefüllt und mit zähflüssigem Fruchtsirup und Kondensmilch und Honig übergossen. Während das Eis in der Hitze langsam schmilzt, kann man es mit dem Strohhalm genießen. 
 Abends waren immer noch angenehme 29 Grad. Und ich habe mich gefragt, warum ich eigentlich in Deutschland lebe und nicht in einem solchen Klima, in dem ich mich einfach nur wohl fühle. 

Immer schön viel trinken
Im Gegensatz zu allen anderen stört mich die Wärme auch in der Nacht nicht und ich habe weder mit Ventilator noch mit Klimaanlage geschlafen. Das wäre mir viel zu laut. Auf der Rückfahrt heute hatten wir sagenhafte 45 Grad, was die Honduraner vor lauter Schreck aber nur dazu veranlasst hat, die Klimaanlage im Auto noch kälter zustellen, so dass ich eingemummelt in Schal und Wolljacke im Aoto saß, während draußen 45 Grad herrschten und Marissa sich schlapp gelacht hat. 
Hier haben wir gewohnt, privat

Fischerboote am Strand 


Samstag, 7. Januar 2017

5 Dinge, die man in Tegucigalpa tun sollte

So ist ein Artikel im Internet überschrieben, wenn man online nach einem Museum in Tegucigalpa sucht.
Tegucigalpa, die Hauptstadt Honduras, in der Maria mit ihrer Familie wohnt.
Am 26.12. sind wir alle die bereits in einem vorherigen post erwähnten 12 Std von Guatemala-Stadt nach Tegucigalpa gefahren. Diesmal saß auch ich in dem Auto mit sieben Personen. Wir haben 2 Grenzen überschritten, weil wir durch El Salvador gefahren sind und hatten innerhalb von 12 Stunden einen Temperaturwechsel von 15 über 39 zu 20 Grad. Nun bin ich bereits seit 11 Tagen in Tegucigalpa und habe nicht nur die 5 Dinge gesehen, die empfohlen werden.

1.) (Nationalpark) El Picacho

Tegucigalpa ist von Bergen umringt. Auf einen dieser Berge hat man vor 20 Jahren eine Riesenstatue eines Christus konstruiert, der über die gesamte Stadt wacht. Umringt ist er von einem schönen Park und einem fürchterlichen Zoo, indem sowohl ein Löwe, als auch ein Panther und ein Leopard auf jeweils wenigen Quadratmetern eingepfercht sind. Aber der Ausblick von dort oben ist wirklich fantastisch.

Christo de Picacho










2.) Santa Lucia 

Nur ein wenig außerhalb von Tegu und auf den Weg zu Marissas Eltern liegt eins der ältesten Dörfchen Honduras Santa Lucia oder früher von den Indios Surcaga, Ort der Frösche, genannt, mit einer wunderschönen alten Kirche.


Santa Lucia 
Gegründet wurde das Städtchen genau wie alle anderen Dörfer in der Gegend als auch Tegu selbst, weil die Spanier hier nun endlich Gold gefunden haben und die Minen fleißig abgebaut wurden.
Vor einer alten Goldmine
3.) Parque national Al Tigra
Zwischen Tegu und Santa Lucia liegt das 
Goldabbaugebiet, heute ein Nationalpark mit Nebelwald und Wasserfall. Dort habe ich die Großstädter dazu gebracht, mit mir 4 Stunden zu wandern und dabei 300 Höhenmeter zu überwinden. Sie dachten an einen einstündigen Spaziergang und hatten daher auch weder etwas zu essen noch zu trinken mit (bei 28 Grad C). Zum Glück hatte ich mir ein paar Kekse und eine Flasche Wasser mitgenommen, die wir uns dann teilen konnten. 


4.) Santa Maria del Dolores in Tegucigalpa 



Eine der ältesten barocken Kirchen Honduras.

Es gibt auch eine niegelnagelneue Basilica, die erst 2005 fertig gestellt wurde, von der ich aber kein schönes Bild habe und in der wir auch noch nicht waren.













5.) Museo Identidad Hondureño 

Leider

ist dieses Museum bis zum 16.1. geschlossen. Auch das Kunstmuseum gegenüber hatte nur zwei Räume geöffnet, dafür aber einen mit einer sehr interessanten Installation zur Zerstörung des Regenwaldes und zwischen den Museen eine Installation aus PET-Flaschen.

Außerdem waren wir noch in dem alten Dorf Ojojona, auch ein Minenarbeiterdorf, das sich aber auch dadurch auszeichnet, dass Francisco Morazán dort gelebt hat, der im 19. Jahrhundert versucht hat, die Staaten Mittelamerikas zu vereinen (wie in einem EU-Bündnis), was ihn aber nur für wenige Jahre gelungen ist. Aber die Unabhängigkeit von Spanien hat er zumindest erreicht, weshalb sein Todestag in allen Ländern Mittelamerika ein nationaler Feiertag ist.

Kirche in Ojojona 1735

Baum in Ojojona



 Ich habe einiges gesehen in und um Tegucigalpa, habe hier Silvester barfuß und in Top gefeiert und war gerade im Gottesdienst mit Dreikönigs - Spiel (bei dem ich mich sehr nach unserem Spiel in der Schule gesehnt habe). Außerdem habe ich mich in Gelassenheit geübt, denn im Dezember ist auf meiner Reise mit Christian meine Kreditkarte missbraucht worden, so dass ich sie sperren lassen musste und nun auf eine neue warte. Dadurch komme ich endlich mal zum lesen. Ich verschlinge ein Buch nach dem anderen und die letzten zwei Abende habe ich Columbus - Filme gesehen, denn in Honduras ist er zum ersten Mal auf Festland gestoßen.