Zunächst war ich für ein paar Tage an der Küste bei Tela, genauer in Triunfo de la Cruz, ein kleines Garifunadorf, östlich von Tela. Garifunas, das sind die Nachkommen der schwarzen Sklaven, die immer noch mit ihrer afrikanisch anmutenden Kultur und ihrer eigenen Sprache in einigen Dörfern an der Küste leben. Gleich am ersten Abend gab es ein großes Fest mit Trommeln, Tanz und Maskerade auf der Straße. Ich dachte schon, das würde jetzt jeden Abend so sein, aber es war tatsächlich mein Glück ausgerechnet am 15. Januar dort zu sein, denn an diesem Datum feiern die Garifunas ihre Befreiung aus der Sklaverei. Leider hatte ich keine Kamera dabei, so dass ich keine Bilder posten kann.
An den folgenden Tagen habe ich zwei Touren in die nahegelegenen Nationalparke gemacht. Die erste ging in die Mangroven nach Punta Izopo mit einem lokalen Guide, mit seinem Boot und seinen zwei Neffen...
| Babykrokodil |
Inzwischen bin ich auf der Insel Roatán, die größte der drei Inseln, die der honduranischen Karibikküste vorgelagert sind.
Weiße Strände, türkisblaues Wasser, Kokospalmen, ein wunderschönes Korallenriff, 30 Grad am Tag, 24 in der Nacht, das Wasser hat 22°.
Ich verbringe meine Tage hauptsächlich mit stundenlangen Spaziergängen am Strand und dem Schnorcheln über dem Korallenriff.
Vom Hostel zum Riff laufe ich ca. 2 Stunden, im Wasser bin ich dann auch ca. 2 Stunden, bis ich völlig ausgekühlt bin. Es ist, als würde man in einem Aquarium schwimmen. Überall um einen herum schwimmen die buntesten Fische, klitzeklein und riesengroß. Jeden Tag entdecke ich neue Arten und schwimme mit einem breiten Grinsen durch das Meer, so dass das Wasser in meine Schnorchelmaske dringt, weil sich die Gesichtsmuskeln verziehen. Im Sonnenuntergang geht es dann zurück.
Abends koche ich, quatsche oder spiele Karten mit den anderen Hostelbewohnern oder lese das nächste ebook.
Ich verstehe, warum Columbus seiner Königin erzählte, er habe ein Paradies vorgefunden.
Ich könnte allerdings auch andere Bilder machen, vom Plastikmüll unter den Palmen oder von 3000 bleichen bzw. krebsroten und übergewichtigen Touristen, die für 4 Stunden aus einem Kreuzfahrtschiff an den Strand gespült wurden, um dort Cocktail, Cola oder Bier trinkend im Wasser zu stehen, oder von wilden Bauten am Strand oder im Wasser. Aber wer will solche Bilder schon sehen?
Ich weiß nicht ob Adam und Eva wirklich einen Apfel vom Baum pflückten oder nicht doch eine Papaya, eine Mango, Avocado oder Kokosnuss (denn Äpfel wachsen hier nicht). Sicher ist aber, dass die Leute, die hier im Paradies lebten, von der Frucht gegessen haben.
Trotzdem genieße ich die Zeit hier, ignoriere den Kapitalismus und den Müll und erhole mich prächtig. Wahrscheinlich bleibe ich auch noch eine Zeit lang hier, so dass der nächste Blogeintrag wieder etwas dauern kann.









