Samstag, 10. Dezember 2016

Tikal und Palenque

Tikal, Tempel I
In den letzten drei Tagen sind wir auf den Spuren der alten Mayakultur gewandelt und haben die Ausgrabungsstätten in Tikal (Guatemala) und Palenque (Mexico) besucht.

Diese im neunten Jahrhundert sehr großen Städte wurden von den Mayas im zehnten Jahrhundert aufgegeben, nachdem sie dort ca. 1000 Jahre siedelten. Hinterlassen haben sie unfassbar große und beeindruckende Bauwerke, wie Tempel, Pyramiden und Paläste. In Palenque haben bis zu 4000 Menschen/qkm gewohnt. Obwohl in jedem Reiseführer steht, dass die Gründe, warum die Mayas ihre Städte verließen und ins Hochland gezogen sind, nicht geklärt sind, war sich unser Führer in Tikal ganz sicher, dass es daran lag, dass sie den Urwald so weit abgeholzt hatten, dass es das Kleinklima so stark beeinflusst hat, dass der Regen ausblieb und sie daher der Lebensgrundlage entzogen waren. Denn, in Tikal gab es keine Wasserversorgung außer dem Regenwasser, das in Reservoirs gesammelt wurde. Dies kann aber für Palenque kaum stimmen, da die Stadt von zwei Flüssen durchflossen wird.
Es bleibt also ein Rätsel.
Palenque, Sonnentempel

Palenque, Tempel der Inschriften











In kürzester Zeit hat sich der Regenwald über die Städte gelegt und sämtliche Bauwerke wirkten wie bewachsene Hügel mit Urwaldriesen und Lianen, in denen nur noch Affen und Jaguare lebten.









Da die Staaten Guatemala und Mexiko nur wenig Geld für die Erforschung und Restaurierung der Anlagen ausgeben, kann man diesen Zustand auch heute noch neben den bereits ausgegraben Gebäuden sehen. Vielleicht ein Glück. Denn, was auch deutlich ist, ist, dass sogar der Verfall der bereits freigelegten Gebäude durch die Touristen erhöht wird. Der Haupttempel, den ich vor 27 Jahren bereits bestiegen habe, ist jetzt nicht mehr betretbar, weil die Stufen vollkommen erodiert sind.

Dafür aber wurden zwei andere Tempel von hinten mit Holztreppen versehen, um die Besteigung zu ermöglichen.

Tikal, Blick  von Tempel II zu Tempel I

Tikal , Plaza Grande











Faszinierend ist auf alle Fälle der Blick über den Regenwald, wenn man ganz oben steht, die Entschlüsselung der Hyroglyphen und natürlich das Zahlensystem der Mayas, das heute immer noch auf den Geldscheinen zu finden ist und auch, zumindest in der escuela caracol, noch gelehrt wird.

Christian schwärmt vor allem von der Mischung aus dem Naturerlebnis eines tausendjährigen Regenwald und einer zweitausendjährigen Kulturstätte. Es gab z. B. fliegende Bananen (Tukan) brüllende und klammernde Affen und nach Karotten schmeckende Termiten.


 Wir haben viel gelernt und sind erfüllt von starken Eindrücken. Jetzt sitzen wir bereits beim zweiten Cocktail bei 29 Grad um 22:00 mitten im Urwald in einer etwas heruntergekommenen Bar eines Chemnitzer Aussteigers, direkt vor dem Eingang des Nationalparks. Auf der anderen Straßenseite unser Hostel, kleine Hüttchen um einen kleinen Swimmingpool herum, aber ohne Restaurant oder irgendeinen Laden in der Nähe, eben mitten im Urwald. 

Wir glauben, Kundschafter der alten Mayas haben herausgefunden, dass das Klima im Hochland mit 15-35 Grad wesentlich angenehmer ist als das Klima im Tiefland mit 30-45 Grad und 100 % Luftfeuchtigkeit und deshalb haben sie ihre Stätte verlassen und sind ins Hochland gezogen. Jedenfalls finden wir das und ziehen weiter, von 200 m auf 2000 m.


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